Mitten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer liegen die Überreste zahlreicher Siedlungen, die durch Sturmfluten zerstört wurden. Eine davon ist die Handelssiedlung Rungholt, die 1362 während der sogenannten „Ersten Großen Mandrenke“ überflutet wurde. Die Gedenkfeier fand an der Stelle statt, an der die Überreste der Hauptkirche von Rungholt vermutet werden. Sie waren 2023 wiederentdeckt worden.
Forschung in einer überfluteten Landschaft
Rungholt, bekannt für seinen legendären Untergang, ist bis heute ein eindrucksvolles Beispiel für die anhaltenden Folgen massiver menschlicher Eingriffe in die norddeutsche Küstenregion. Spuren mittelalterlicher Siedlungen sind seit Langem aus dem Watt um Hallig Südfall bekannt. Seit zehn Jahren stehen diese im Mittelpunkt interdisziplinärer Forschung, die nun im Rahmen der DFG-geförderten Forschungsgruppe TORF auf weitere Gebiete des nordfriesischen Wattenmeers ausgeweitet wird.
Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt bei der Zeremonie im Wattenmeer
Neben Vertretern des Erzbistums Hamburg und mehreren an TORF beteiligten Forscher*innen, unter ihnen Dr. Ruth Blankenfeldt vom LEIZA, nahm auch der Umweltminister des Landes Schleswig-Holstein, Tobias Goldschmidt, an der Gedenkfeier teil. Zu seinem Verantwortungsbereich zählen der Küsten- und Naturschutz in Schleswig-Holstein; entsprechend nutze der Minister die Veranstaltung, um sich über die bisher erzielten Ergebnisse sowie über zukünftige Ansätze zur großflächigen Wiederherstellung der verlorenen Kulturlandschaft zu informieren, die bis heute im Nationalpark Wattenmeer Schleswig-Holstein erhalten geblieben ist.
Weitere Informationen:
Ausführlicher Bericht mit Fotos der Veranstaltung auf der Webseite des DFG-Forschungsprojekts TORF (in englischer Sprache) mit Links zu (deutschsprachigen) Pressemitteilungen und Medienberichten:
https://www.for5837.uni-mainz.de/2026/05/11/a-moment-of-reflection-in-the-wadden-sea/

