Europäisches Damwild vor 120.000 Jahren

Eine neue internationale Studie beleuchtet die evolutionäre Geschichte des europäischen Damwilds und zeigt einen deutlichen Verlust genetischer Vielfalt seit der letzten Warmzeit vor rund 120.000 Jahren. Analysiert wurden dafür außergewöhnlich gut erhaltene Überreste aus Neumark-Nord in Sachsen-Anhalt, deren DNA neue Einblicke in die Entwicklung der Art ermöglicht.

An dem Forschungsprojekt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Potsdam, des MONREPOS – Archäologisches Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution in Neuwied, einer Einrichtung des LEIZA, sowie der Universität Leiden beteiligt. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal iScience veröffentlicht.

Die Studie zeigt, dass heutiges Damwild nur noch einen Bruchteil der genetischen Vielfalt seiner warmzeitlichen Vorfahren besitzt. Zugleich beleuchtet sie, wie Klima und menschliches Handeln eine einst vielfältige Art grundlegend umgestalteten. Die Ergebnisse könnten daher auch für Schutzmaßnahmen hilfreich sein.

Publikation

Alberto Rocha-Méndez, Patrick Arnold, Lutz Kindler, Sabine Gaudzinski-Windheuser, Wil Roebroeks, Fulco Scherjon, Michael Hofreiter, Eemian palaeogenetics demonstrates loss of diversity in modern fallow deer (Dama dama), 2026, iScience 29, 116204, https://doi.org/10.1016/j.isci.2026.116204

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