Neben der Stationsausbildung, die jährlich von den drei Projektpartnern THW, DAI und LEIZA ausgerichtet wird und bei der ca. 60 – 80 freiwillige Expert*innen aus den Bereichen Kulturerhalt und Zivilschutz für den Einsatz zur Bergung von immobilem und mobilem Kulturgut geschult werden, wurden dieses Jahr zusätzliche Fachausbildungen in drei Themenfeldern angeboten:
- IT (Informationstechnologie)
- ICA – Immovable Cultural Assets (unbewegliche Kulturgüter)
- und MCA –Movable Cultural Assets (mobile Kulturgüter)
Das Ziel der Fachausbildung ist es, dass sich die Freiwilligen eines jedes Bereiches mit ihren spezifischen Aufgabengebieten, im kleineren Rahmen, intensiver beschäftigen.
Schwerpunkt: Bergung, Reinigung und Trocknung nasser Objekte
Dieses Jahr standen für 12 Expert*innen des Bereichs MCA die Bergung, Reinigung und Trocknung nasser Objekte im Vordergrund. Unter anderem wurde die digitale Dokumentation mithilfe der App QField, einem Tool zur Erfassung und Verwaltung von Objektdaten direkt vor Ort, geprobt. Außerdem trainierten die Teilnehmenden den Auf- und Abbau des Nassreinigungsmoduls des mobilen Notkonservierungslabors, das durch das Anschließen von Druckluftkompressor und Wasserbrausen komplex ist.
Besprochen und praktisch geübt wurde das Verhalten verschiedenster Materialien, in drei unterschiedlichen Szenarien:
- Überflutung (Matsch mit Wasser)
- Brand mit Löschwasserschäden (feucht und Ruß)
- sowie Wasserrohrbruch (nass).
Dabei kam das zur Verfügung stehende Equipment des CHRU zum Einsatz. Die im Vorfeld zur Verfügung gestellten Lehrinhalte sowie ein Taschenkalender mit minimalen Standards, bildeten u. a. die Grundlagen der praktischen Übung.
Die Teilnehmenden waren hoch motiviert, es wurde viel diskutiert, sich ausgetauscht, ausprobiert und resümiert. Die Erfahrungen aus dieser Fachausbildung haben gezeigt, dass insbesondere der Austausch zu einem verbesserten, gemeinsamen Agieren von Einsatzkräften und Freiwilligen führt.
Das KulturGutRetter-Projekt
Das Projekt KulturGutRetter wird seit 2019 unter der Leitung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), gemeinsam mit seinen Partnern von der Bundesanstalt Technischen Hilfswerk (THW) und dem Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) entwickelt. Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt und den Deutschen Bundestag unterstützt. Ziel ist die Etablierung einer Auslandseinsatzeinheit, die über den UCPM weltweit Hilfe leisten kann, wenn Kulturgut durch Erdbeben, Überschwemmungen oder andere Katastrophen gefährdet ist.




