Buchdaten
Gierszewska-Noszczyńska, Matylda, Grimm, Oliver und Grunwald, Lutz (Hrsg.)
Frankish Seats of Power and the North
Centres Between Diplomacy and Confrontation, Transfer of Knowledge and Economy
LEIZA Publications, Band 7
22 Beiträge, 440 Seiten, 208 Abbildungen, 21 x 30 cm, Hardcover, fadengeheftet
ISBN 978-3-88467-375-1 (Hardcover) | 99,- €
DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeum.1681
Summary / Inhalt
Seats of power were among the most important pillars of dominion in the Middle Ages. They were at the centre of diplomatic exchange and confrontation, shaped the transfer of knowledge, and acted as control centres of the economy. People, innovative ideas and goods circulated between centres such as Nijmegen, Cologne, Trier, Frankfurt am Main, Mainz, Aachen or Ingelheim and their respective sites in the North, most prominently Hedeby.
As regards the North, seats of power with wooden architecture have seen large-scale excavations in recent times. This is particularly the case for the late first millennium AD, foremost in Lejre and Tissø (Denmark), Uppåkra and Uppsala (Sweden), and Kaupang and Borg (Norway). It is only now, after those excavations, that northern and central European research can be brought together for further discussion.
The contributions in this publication cover the period from Late Antiquity (4th/5th century) to the High Middle Ages (10th to 12th centuries), and they come to new and sometimes surprising results. This book is based on a conference that took place in Aachen from 8 to 11 November 2022. The proceedings are to be understood as a contribution to the so-called Pfalzenforschung, which has been promoted for decades but has not looked at the seats of power in northern Europe so far.
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Herrschaftssitze gehörten zu den wichtigsten Säulen der Herrschaft im Mittelalter. Sie standen im Zentrum des diplomatischen Austauschs und der Konfrontation, prägten den Wissenstransfer und fungierten als Kontrollzentren der Wirtschaft. Menschen, innovative Ideen und Waren zirkulierten zwischen Zentren wie Nijmegen, Köln, Trier, Frankfurt am Main, Mainz, Aachen oder Ingelheim und ihren jeweiligen Standorten im Norden, allen voran Hedeby.
Was den Norden betrifft, so wurden in jüngster Zeit groß angelegte Ausgrabungen an Herrschaftssitzen mit Holzarchitektur durchgeführt. Dies gilt insbesondere für das späte erste Jahrtausend nach Christus, vor allem in Lejre und Tissø (Dänemark), Uppåkra und Uppsala (Schweden) sowie Kaupang und Borg (Norwegen). Erst jetzt, nach diesen Ausgrabungen, kann die nord- und mitteleuropäische Forschung für weitere Diskussionen zusammengeführt werden.
Die Beiträge in dieser Publikation decken den Zeitraum von der Spätantike (4./5. Jahrhundert) bis zum Hochmittelalter (10.–12. Jahrhundert) ab und kommen zu neuen und manchmal überraschenden Ergebnissen. Dieses Buch basiert auf einer Konferenz, die vom 8. bis 11. November 2022 in Aachen stattfand. Der Tagungsband ist als Beitrag zur sogenannten Pfalzenforschung zu verstehen, die seit Jahrzehnten gefördert wird, sich aber bisher nicht mit den Sitzen der Macht in Nordeuropa beschäftigt hat.
Über die Herausgeber
Matylda Gierszewska-Noszczyńska M. A. und M. Sc. (GIS) von der Forschungsstelle Kaiserpfalz in Ingelheim widmet sich den Themenkomplexen der Siedlungstopographie und deren Veränderungen, besonders im Früh- und Hochmittelter. Auch ist sie Spezialistin der Materialforschung mit dem Schwerpunkt Keramikanalysen. Außerdem stehen Geographische Informationssysteme und ihre Anwendung in der Archäologie im Mittelpunkt ihrer Forschungen.
Dr. Oliver Grimm vom Leibniz-Zentrum für Archäologie (Standort Schleswig) hat Interesse an nordeuropäischen Herrschaftssitzen der Eisenzeit und des Mittelalters. Seit vielen Jahren jedoch forscht er zu Tier und Mensch (Human-Animal Studies).
Dr. Lutz Grunwald vom Leibniz-Zentrum für Archäologie (Standort Mayen) erforscht besonders intensiv Fragen zur spätantiken und frühmittelalterlichen Keramikindustrie, zu Siedlungen sowie zu Gräberfeldern dieser Epochen. Frühe europäische Wirtschaftskontakte und Fernbeziehungen jeglicher Art in Spätantike und Frühmittelalter bilden einen weiteren Forschungsschwerpunkt.
