LEIZA-Forschung bereichert neue Germanen-Ausstellung in Kalkriese

Ab dem 25. April 2026 zeigt das Varusschlacht-Museum eine neu kuratierte Schau zur Lebenswelt der Germanen – mit zentraler Beteiligung von drei Forschenden des LEIZA-Standorts Schleswig.

Unter dem Titel „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ zeigt das Varusschlacht-Museum im Osnabrücker Land ab sofort eine komplett neu kuratierte Schau mit mehr als 1.200 hochkarätigen Objekten von zwei außergewöhnlichen Fundplätzen: dem Thorsberger Moor in Schleswig-Holstein und dem Nydamer Moor in Jütland, Dänemark. Mit ihrer einzigartigen Verbindung von Kult- und Opferplätzen, besonders gut erhaltenen Objekten und bemerkenswerten Entdeckungen ermöglichen die beiden Moorfunde seltene und unmittelbare Einblicke in die germanische Welt der römischen Kaiserzeit.

Von ersten Entdeckungen zu neuen Erkenntnissen

Mitte des 19. Jahrhunderts erforschte der dänische Altertumsforscher Conrad Engelhardt diese Fundorte und entdeckte zahlreiche Waffen und Ausrüstungsteile. Er erkannte früh, dass die im Moor entdeckten Objekte nicht zufällig dorthin gelangt waren. Er war der Überzeugung, dass diese bewusst zerstört und niedergelegt wurden. Weshalb wertvolle Objekte auf diese Weise entsorgt wurden, blieb für ihn jedoch ein Rätsel. 

150 Jahre nach Conrad Engelhardt versuchten vier Forschende des Zentrums für Baltische und Skandinavische Archäologie in Schleswig (heute Leibniz-Zentrum für Archäologie, LEIZA, Standort Schleswig) mit modernen Methoden und frischem Blick, den Funden weitere Geheimnisse zu entlocken. Im Rahmen von Forschungsprojekten mit einer engen deutsch-dänischen Zusammenarbeit konnten die von Engelhardt ausgegrabenen Funde erstmals wieder vollständig zusammengeführt werden. 

LEIZA-Forschende liefern zentrale Beiträge

Die Wissenschaftlerinnen Dr. Nina Lau, Dr. Suzana Matešić und Dr. Ruth Blankenfeldt sowie der Wissenschaftler Dr. Andreas Rau haben sich dem Konvolut angenommen; ihre detaillierten Analysen haben dabei zu neuen Betrachtungsweisen der Moorfunde geführt.

Ausstellung als Zeitreise mit thematischen Schwerpunkten

Die Ausstellung ist als thematische Zeitreise konzipiert: Jeder Raum widmet sich einem eigenen Schwerpunkt und eröffnet unterschiedliche Perspektiven. Behandelt werden unter anderem die Entdeckungsgeschichte der Funde, ihre wissenschaftliche Erforschung, aktuelle Erkenntnisse sowie reflektierende Ansätze zur Deutung. Ein Exkurs widmet sich zudem dem Fundplatz Kalkriese.

Die Sonderausstellung „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ ist vom 25. April 2026 bis zum 7. November 2027 im Museum und Park Kalkriese zu sehen.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter:

Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht & Mythos – Eine Ausstellung der VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land gGmbH – Museum und Park Kalkriese

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