DFG-Förderung zur Erforschung der Küstenlandschaft Nordfrieslands im Mittelalter

Wie lebten Menschen im Mittelalter am nordfriesischen Wattenmeer (Schleswig-Holstein) – und welche Faktoren führten zur massiven Umgestaltung der Küstenlandschaft? Genau diesen Fragen geht die neue Forschungsgruppe „Times of Rise and Failure – TORF“ nach, an der unter anderem das LEIZA beteiligt ist. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert, und in den kommenden vier Jahren arbeiten Forschende aus Archäologie, Geschichte, Geographie, Geologie, Geophysik und Mikrobiologie eng und interdisziplinär zusammen.

Sprecherin der Gruppe ist Dr. Hanna Halder von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), weitere Institutionen sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) und das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung (NIhK). 

Vom LEIZA ist Dr. Ruth Blankenfeldt beteiligt als Mit-Antragstellerin und Mitglied der Lenkungsgruppe. Darüber hinaus forscht sie gemeinsam mit Prof. Dieter Quast, dem Leiter des LEIZA-Standortes in Schleswig, in einem der sieben Teilprojekte. Dort steht die mittelalterliche Besiedlung Nordfrieslands, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Umweltveränderungen und menschlichen Anpassungsstrategien, im Blickpunkt. Die Analyse großer und komplexer Datensätze zu archäologisch-geographischen Forschungsinformationen erfolgt in einem weiteren Teilprojekt, welches ebenfalls am LEIZA angesiedelt ist und von Univ. Prof. Dr. Alexandra Busch zusammen mit der JGU beantragt wurde.

„Fragen zur Entwicklung der nordfriesischen Küstenlandschaft im Mittelalter und den menschlichen sowie natürlichen Faktoren, die hier gewirkt haben, werden nun noch stärker interdisziplinär bearbeitet“, so Blankenfeldt. „Nun können wir unsere Forschung ausweiten für neue Erkenntnisse, zum Beispiel zu Anpassungen an diese extreme Landschaft, Reaktionen auf Umweltveränderungen und auch zum Scheitern von Besiedlungsstrategien.“
 

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