Bereits seit vielen Jahren arbeiten beide Institutionen eng zusammen. Die neue Vereinbarung bündelt diese Aktivitäten und setzt einen klaren Schwerpunkt auf die archäologische Materialforschung, die wertvolle Rückschlüsse auf kulturelle, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen der Region ermöglicht.
„Die Kaiserpfalz ist nicht nur ein herausragendes Kulturdenkmal, sie ist auch ein Labor der archäologischen Forschung“, betont Dominik Maschek, stellvertretender Generaldirektor des LEIZA, der den Vertrag für das Haus unterzeichnete. Für das LEIZA ist diese Zusammenarbeit ein wichtiger Baustein, um regionale Archäologie gemeinsam mit lokalen Partnern weiter zu stärken und Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Forschungsstelle Kaiserpfalz bringt ihre ausgewiesene Expertise in Dokumentation, Denkmalpflege und Vermittlung ein.
Wissenschaftliche Tagung in Ingelheim unterstreicht Bedeutung der Kooperation
Die Unterzeichnung des Vertrags fand im Rahmen der Tagung „Frühmittelalterliche Herrschersitze und der Süden“ statt, zu der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Europa im Weiterbildungszentrum (WBZ) Ingelheim zusammenkamen. Organisiert von Matylda Gierszewska-Noszczyńska (Forschungsstelle Kaiserpfalz) und Lutz Grunwald (LEIZA), widmete sich die dreitägige Veranstaltung dem Übergang von der Spätantike in das Mittelalter.
In 25 Fachvorträgen wurden Kontakte zwischen dem Raum am Rhein und südlicheren Regionen wie den alemannischen Gebieten oder dem Herrschaftsraum der Langobarden untersucht. Diskutiert wurden unter anderem Einflüsse aus Italien im Fundgut des Gräberfeldes an der Rotweinstraße oder Vorbilder der karolingischen Architektur in Ingelheim. Forschende aus Aachen, Trier, Köln, Frankfurt und weiteren Städten beleuchteten hierzu unterschiedliche archäologische Denkmäler und Grabfunde.
Die Tagung, deren Beiträge in einem Tagungsband erscheinen sollen, wurde von der Forschungsstelle Kaiserpfalz der Stadt Ingelheim und dem LEIZA veranstaltet. Kooperationspartner waren zudem das Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie in Frankfurt sowie der Arbeitskreis Pfalzenforschung.

