Vortrag "Geschichtsmythen auf dem Prüfstand": Rasse

Vortrag von Malin Wilckens (Institut für Europäische Geschichte, Mainz) in der neue Vortragsreihe von Historians for Democracy (hist4dem) in Kooperation mit dem LEIZA und dem IEG Mainz.

Obwohl die biologische Existenz menschlicher „Rassen“ wissenschaftlich längst widerlegt ist, glaubt laut einer aktuellen Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung knapp die Hälfte der Befragten weiterhin an ihre Existenz. Der Vortrag widmet sich den wissenschaftsgeschichtlichen Ursprüngen dieser Kategorie vom späten 18. bis ins 20. Jahrhundert und zeigt, wie sie jeweils wissenschaftlich legitimiert und plausibilisiert wurde.

Anhand von Ausgrabungsstätten im alten Ägypten, menschlichen Überresten aus den Amerikas, mittelalterlichen Pariser Friedhöfen sowie den Sammlungspraktiken von Missionaren werden die globalen und ‚materiellen‘ Dimensionen sogenannter „Rassen“-Theorien sichtbar. Dabei wird deutlich, dass die Kategorie auch innerhalb der Naturwissenschaften nie eine stabile Bedeutung besaß, sondern fortlaufend durch Mess- und Vergleichspraktiken hergestellt wurde. Bis heute wirken ihre Denkfiguren fort – oft verborgen hinter neuen Begriffen und Formen eines „racism without races“.

Über die Vortragsreihe

In der von Historians for Democracy (hist4dem) organisierten Vortragsreihe „Geschichtsmythen auf dem Prüfstand“ beleuchten Expertinnen und Experten verbreitete historische Mythen zu Themen wie Sklaverei, Rasse, Wikingern und Germanen – differenziert, wissenschaftlich fundiert und hochaktuell. 

Die Vorlesungsreihe findet im Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz statt. Alle Veranstaltungen beginnen jeweils um 18:00 Uhr. 

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Termine

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