Wie soziale Netzwerke die Steinzeit-Technologie prägten

In „The Social Significance of Technology in Hunter-Gatherer Communities. An Exploration of Lithic Manufacturing during the Lateglacial in Northern Europe“ widmet sich Tobias Reuter der Bedeutung sozialer Netzwerke für die technologischen Entwicklungen spätpaläolithischer Jäger- und Sammlergemeinschaften in Nordeuropa. Dafür vergleicht er die Steinartefakte zweier Technokomplexe aus ausgewählten Fundstellen in Norddeutschland und Dänemark.

  •  Teilen
  •  Link kopieren
  •  Artikel drucken

Die Studie vergleicht zwei spätpaläolithische Technokomplexe Nordeuropas – die Havelte-Gruppe und die Federmesser-Gruppen (FMG) – anhand von Steinartefaktinventaren ausgewählter Fundplätze in Norddeutschland und Dänemark. Gestützt auf Simmels Netzwerkmodell wird gezeigt, dass unterschiedliche soziale Netzwerkkonfigurationen, nicht ökologische Bedingungen, die technologischen Reaktionen des Spätglazials prägten. Gruppenkonformität korreliert mit geringer Vernetzungsdichte (Havelte-Gruppe), während höhere Konnektivität technologische Flexibilität begünstigte (FMG). Beide Strategien waren kulturell relevant und belegen, dass technologischer Wandel nicht zwangsläufig auf Effizienz abzielt.

Der Band ist Teil 13 der Schriftenreihe „Untersuchungen und Materialien zur Steinzeit in Schleswig-Holstein und im Ostseeraum“, herausgegeben vom Archäologischen Landesmuseum und dem LEIZA-Standort Schleswig (ehemals Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie).

Buchdaten

Reuter, Tobias: The Social Significance of Technology in Hunter-Gatherer Communities: An Exploration of Lithic Manufacturing during the Lateglacial in Northern Europe, Heidelberg: Propylaeum, 2026

Der Band erscheint zeitgleich als frei zugängliche Open-Access-Publikation und als gedruckte Ausgabe im Verlag Schnell & Steiner. Zugehörige Daten finden sich unter folgendem Link: https://doi.org/10.11588/DATA/QAZVWZ

Über den Autor

Tobias Reuter studierte Prähistorische und Historische Archäologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und promovierte am ZBSA Schleswig über spätglaziale Jäger- und Sammlergesellschaften. Heute arbeitet er als Projektmitarbeiter an der Außenstelle Bad Segeberg des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein (ALSH). Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Mensch-Umwelt-Beziehungen, Sozialarchäologie und Moorarchäologie.

Informiert bleiben!

Regelmäßige LEIZA-Updates im Posteingang: Jetzt unseren Newsletter abonnieren