Prestige und Aufstieg in den römischen Provinzen: Internationales Kolloquium zur sozialen Mobilität im Imperium Romanum

Wie veränderte die römische Herrschaft das Leben der Menschen in den Provinzen? Welche Möglichkeiten sozialen Aufstiegs eröffneten sich durch Militärdienst, Handel oder neue politische Strukturen? Und wie spiegeln sich gesellschaftliche Veränderungen in Grabmälern, Weihesteinen oder repräsentativer Architektur wider?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das internationale Kolloquium „Soziale Mobilität“, das vom 1. bis 7. Juni 2026 in Frankfurt, Mainz und auf der Saalburg stattfindet.

Die Tagung beginnt am ersten Veranstaltungstag im Archäologischen Museum Frankfurt und versammelt rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Frau Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main, wird diese Internationale Tagung eröffnen und die Gäste begrüßen. 

Es handelt sich um die 19. Ausgabe des renommierten Colloquium on Roman Provincial Art (CRPA), das zu den wichtigsten internationalen Fachveranstaltungen zur Erforschung der Steindenkmäler der römischen Provinzen zählt.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung steht die Frage, wie sich gesellschaftliche Veränderungen im Imperium Romanum materiell ausdrückten. Die römische Expansion brachte tiefgreifende Umbrüche mit sich: Neue Siedlungsformen entstanden, Handelsnetzwerke erweiterten sich, kulturelle Einflüsse verbreiteten sich über große Entfernungen hinweg. Alte Eliten mussten ihre Stellung neu definieren, neue gesellschaftliche Gruppen gewannen an Bedeutung. Bürgerrechtsverleihungen und wirtschaftliche Vernetzungen eröffneten auch Angehörigen niedrigerer sozialer Gruppen neue Aufstiegsmöglichkeiten.

Gerade in den nördlichen Provinzen des Römischen Reiches boten die neuen mediterranen Medien Bild, Schrift und Architektur neue Möglichkeiten, gesellschaftlichen Status sichtbar zu machen. Besonders Grab- und Weihedenkmäler, aber auch repräsentative Wohnraumausstattungen geben Einblicke in die sozialen Dynamiken dieser Zeit und erlauben neue Perspektiven auf Identität, Prestige und gesellschaftliche Teilhabe im römischen Reich.

Die Kolloquien zum provinzialrömischen Kunstschaffen finden seit 1989 alle zwei Jahre an wechselnden Orten des ehemaligen Römischen Reiches statt. Sie zeichnen sich durch ihre besondere internationale und interdisziplinäre Ausrichtung aus und verbinden wissenschaftliche Diskussionen mit der direkten Begegnung mit archäologischen Denkmälern, Museen und historischen Stätten.

Für die diesjährige Ausgabe haben sich fünf Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen: die Goethe-Universität Frankfurt, die Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, das Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz, das Römerkastell Saalburg sowie das Archäologische Museum Frankfurt. Als Mitglieder des Verbunds Archäologie Rhein-Main (VARM) stehen sie beispielhaft für die enge Zusammenarbeit von Universitäten, Museen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Denkmalpflege in der Rhein-Main-Region.

Programm

Programm-Booklet (PDF)

Mehr Informationen: 

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Termine

  •  Leibniz-Zentrum für Archäologie
    Ludwig-Lindenschmit-Forum 1
    55116 Mainz

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