Tagung: Dinge – Erzählen – Werte. Neue Ansätze in der literatur-, geschichts- und kulturwissenschaftlichen, museologischen und transdisziplinären Erzählforschung

Dinge erzählen von kulturellen Werten in ganz unterschiedlichen Medien und Formaten: In der Literatur, in Filmen und Serien, bei Stadtrundgängen, in Gedenkstätten und Dokumentationszentren, in den Wissenschaften, und vor allem: im Museum. Hier werden Dinge nicht allein zur Schau gestellt, sondern sie sollen Geschichte und Geschichten erzählen und zum Erzählen anregen. Auch Wissen und Wissenschaft bleiben ohne Dinge und Erzählungen stumm. Auf der Tagung geht es insbesondere um die Frage, wie das Erzählen mit und Erzählungen von (materiellen) Dingen zu Wertekonstruktionen beitragen.

Auf der Tagung „Dinge – Erzählen – Werte“ des Research Lab „Materialität und Medialität“ des Leibniz-Forschungsverbunds „Wert der Vergangenheit“ sollen neue Ansätze in der museologischen, literatur-, geschichts- und kulturwissenschaftlichen Erzählforschung diskutiert werden. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie das Erzählen mit und Erzählungen von (materiellen) Dingen zu Wertekonstruktionen beitragen.

Der Erzählforschung entsprechend soll es auf der Tagung nicht nur darum gehen, was erzählt wird, sondern wie erzählt wird, bzw. wie das Wie und das Was einander beeinflussen.

Um sich den Erzählungen mit Dingen zu nähern, sollen Ansätze der Narrationsforschung in den Literatur-, Geschichts- und Kulturwissenschaften, in der Wissenschafts- und Wissensgeschichte, in Museen sowie in inter- und transdisziplinären Zusammenhängen in ein Gespräch gebracht werden. Ganz grundsätzlich wird die Narration als eine „Weise der Welterzeugung“ (Nelson Goodman) verstanden. Dabei geht die Tagung zugleich davon aus, dass Museen und Ausstellungen nicht nur „zeigen“, sondern Narrationen zur Wissensgenerierung und Wissensdarstellung nutzen. Das Museum ist in dieser Perspektive sogar als eine „narrative machinery“ (Tony Bennett) bezeichnet worden.

Anmeldung: https://eveeno.com/179643165
 

Programm

Programmflyer (PDF)


Mittwoch, 25. Juni 2025

15:00-15.30 Uhr
Dominik Maschek (Leibniz-Zentrum für Archäologie, Mainz)
Begrüßung

Eva Axer (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin), Jana Hawig (DASA Arbeitswelt Ausstellung Dortmund), Antje Kluge-Pinsker (Leibniz-Zentrum für Archäologie, Mainz), Achim Saupe (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam), Felix Wiedemann (Einstein Center CHRONOI / Freie Universität Berlin)
Einführung

15.30 Uhr-18.00 Uhr
Storylines – Storytelling – Storyworlds
Moderation: Antje Kluge-Pinsker

Jana Hawig (DASA Arbeitswelt Ausstellung Dortmund)
Erzählweisen in Ausstellungen. Dinge im narrativen Zusammenspiel von Raum und Publikum

Nicholas Beckmann (Universität Heidelberg)
Heimat(en) im Museum erzählen

Magdalena Mühlbrock (Universität Klagenfurt)
Cooks Dinge erzählen. Narrative Inszenierungen von James Cook zwischen ethnografischen Museen und bildender Kunst

Lina Theiß (Passagen Verlag Wien)
Affektive Wissenspraxis in der Kunst- und Wunderkammer

18:30-19:30
Keynote
Roy Sommer (Universität Wuppertal)
Von und mit Dingen erzählen: Was ist transdisziplinäre Narrativforschung?
Moderation: Eva Axer
 

Donnerstag, 26. Juni 2025

10.00 Uhr-12.30 Uhr
Von und mit Dingen multimedial erzählen
Moderation: Eva Axer

Laura Reiling (Kulturwissenschaftliches Institut Essen)
Natur-Dinge. Überlegungen zum Ausstellen von Natur im Literaturhaus

Tabea Schmid (Hochschule Pforzheim)
Narrativität durch Nähe: Dingensembles in Expositionen von Schülerarbeiten der Kunstgewerbeschule Pforzheim (1906–1927) als Hyperimage

Boris Roman Gibhardt (Freie Universität Berlin/E.T.A. Hoffmann-Haus, Bamberg)
Enhancement der Literatur? Multimediales und KI-basiertes Erzählen und die Transformation von Gesellschaft(en)

Paula Friedericke Hartmann (Universität Greifswald)
Multimodales Erinnern und Umgang mit Erinnerungs-Dingen und Lücken in Graphic Novels der dritten Generation

12.30-14.00 Uhr
Lunch

14.00-15.30 Uhr
Rundgang durch das Museum / Einführung in die Konzeption der neuen Dauerausstellung

15.30-16.00 Uhr
Pause

16.00-18.30 Uhr
Ding-Erzählungen und Werte
Moderation: Felix Wiedemann

Annina Klappert (Universität Augsburg)
Sandkunst: Wovon der Sand im Museum erzählen kann

Ann-Sophie Lehmann (Universität Groningen) und Imke Volkers (Museum der Dinge, Berlin)
„Und dann war ich ein Stuhl“. Objekttod und Materialwiederbelebung als Nachhaltigkeitsnarrative im musealen Kontext

Aurore Peyroles (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin)
Die Dinge von Perec: eine Anprangerung der Konsumgesellschaft auf 123 Seiten

Qingyu Cai (Ludwigs-Maximilians-Universität München)
Müll – Sammeln – Erzählen. Abfallsammler bei Evelyn Grill und Arno Geiger


Freitag, 27. Juni 2025

9.00-11.30 Uhr
Raum-Zeit-Konstruktionen
Moderation: Achim Saupe

Suzanne Amy Foxley (Universität Erfurt)
Lionising museums. Wie die Ausstellung biologischer Materie des panthera leo sich seit dem 18. Jahrhundert verändert hat

Daniel Morat (Deutsches Historisches Museum, Freie Universität Berlin)
Erzählraum und erzählte Zeit. Das ‚lange' 19. Jahrhundert in der neuen Ständigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums

Anna-Magdalena Heide (Deutsches Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen)
Die Kunst des selektiven Erzählens. Objekt-Beziehungen im Ausstellungsraum

Jan Rhein (Europa-Universität Flensburg)
Nachts im Museum. Narrative Potentiale einer musealen Sonderzeit

12.00-13.00 Uhr
Abschlussdiskussion
Moderation: Jana Hawig
Kommentare: Bettina von Habsburg-Lothringen (Universalmuseum Joanneum Graz) und Hans Peter Hahn (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

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Termine

  •  Leibniz-Zentrum für Archäologie
    Ludwig-Lindenschmit-Forum 1
    55116 Mainz

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