Formen von Sklaverei und Zwangsarbeit lassen sich in allen Epochen der Menschheitsgeschichte nachweisen und laden seit jeher zur Mythenbildung ein. Der Vortrag stellt zwei Mythen über Sklavenhandel und Sklaverei im Atlantikraum auf den Prüfstand: Es ist ein Mythos und wissenschaftlich widerlegt, dass Deutsche kaum oder gar nicht am transatlantischen Handel mit versklavten Menschen beteiligt gewesen seien. Und es ist ebenfalls ein Mythos, dass dieser maßgeblich von weißen, christlichen Europäern betriebene Handel und die damit verbundene Sklaverei in den Amerikas weniger grausam gewesen seien als Formen von Menschenhandel und Zwangsarbeit in Afrika und der islamischen Welt. Beide Mythen werden in letzter Zeit vermehrt in rechten Medien und sozialen Netzwerken verbreitet und dienen dazu, die europäische und speziell auch die deutsche Geschichte von Schuld und Verantwortung für dieses Menschheitsverbrechen reinzuwaschen.
Über die Vortragsreihe
In der von Historians for Democracy (hist4dem) organisierten Vortragsreihe „Geschichtsmythen auf dem Prüfstand“ beleuchten Expertinnen und Experten verbreitete historische Mythen zu Themen wie Sklaverei, Rasse, Wikingern und Germanen – differenziert, wissenschaftlich fundiert und hochaktuell.
Die Vorlesungsreihe findet im Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz statt. Alle Veranstaltungen beginnen jeweils um 18:00 Uhr. Nähere Informationen erhalten Sie bei Dr. Andreas Frings vom Historischen Seminar der JGU Mainz.