Die 273 v. Chr. in Etrurien gegründete latinische Kolonie Cosa ist für die römische Archäologie aufgrund der umfangreichen amerikanischen Grabungen insbesondere von 1948–1972 von großer Bedeutung; Frank Brown verstand den Ort als ideale, verkleinerte Kopie Roms und versuchte hier beispielhaft, die Genese einer römischen Stadt zu fassen. Seitdem haben sich die Ansätze verändert; die Geschichte Cosas reicht weit über die Gründungsphase hinaus, und an dem Ort erscheinen weniger sein exemplarischer Charakter denn seine spezifischen Eigenheiten aufschlussreich. Der Vortrag präsentiert die bisherigen Ergebnisse eines seit 2023 laufenden Grabungsprojekts der Universitäten Freiburg und Bonn, das die merkantile Infrastruktur der Kolonie in den Blick nimmt, in Sondagen in verschiedenen Teilen der Stadt aber auch viele neue Facetten der städtischen Entwicklung aufgedeckt hat.
Der Vortrag ist Teil der Reihe "Mainzer Vorträge zur Römischen Archäologie" (MaVRA), gemeinsam veranstaltet von dem Arbeitsbereich für Klassische Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Leibniz-Zentrum für Archäologie.
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