Seit mehr als 3.000 Jahren wird Glas als besonderer Werkstoff hergestellt und verwendet. Entsprechend groß ist das Interesse der Forschung an der Entwicklung von Technologie, Handel und Kulturgeschichte, die sich von Glasfunden ableiten lässt. Das Programm des diesjährigen AIHV-Kongresses verfolgt eine globale Perspektive: von Glasfunden aus Sansibar bis nach Schweden, von koreanischen Goldglasperlen bis hin zu türkischen Perlenornamenten. Das zeitliche Spektrum reicht dabei von den frühesten Beispielen antiker Glasherstellung bis hin zu zeitgenössischen Materialien. Im Mittelpunkt stehen moderne wissenschaftliche Methoden der Analyse und Interpretation. Die teilnehmenden Wissenschaftler*innen, Sammlungskurator*innen und weiteren Glasexpert*innen erwartet ein dichtes Programm mit 70 Fachvorträgen, einer Vollversammlung der AIHV sowie eine einzigartige Plattform, um Forschungsergebnisse, Analysemethoden und neue Ideen zu diskutieren.
„Wir wollen mit unserem diesjährigen Kongress wieder ein Forum schaffen für einen lebendigen Dialog, der mutige neue Projekte, innovative Forschungsergebnisse und praxisnahe Diskurse in den Mittelpunkt stellt“, berichtet Katja Broschat, die am LEIZA den Fachbereich Konservierung/Restaurierung archäologischer Objekte aus Glas verantwortet. Gemeinsam mit Dr. Jörg Drauschke, Oberkonservator und Leiter des Arbeitsbereichs „Sammlungen“ am LEIZA, und weiteren AIHV-Mitgliedern hat sie den Kongress in Mainz vorbereitet. Besonders hervorzuheben sei die internationale und interdisziplinäre Zusammensetzung der Teilnehmenden: „Sie kommen aus 33 Ländern nach Mainz und vertreten unterschiedliche Fachbereiche – von Archäologie und Kunstgeschichte bis hin zu den Naturwissenschaften oder großen Glasmuseen und -sammlungen. Daher dürfen wir uns auf ein intensives, hochattraktives Vortragsprogramm freuen“, so Broschat. Ergänzend zum wissenschaftlichen Programm haben die Gäste Gelegenheit, die namhaften Restaurierungslabore des LEIZA inklusive eines hochleistungsfähigen Computertomographen sowie die historische Altstadt von Mainz kennenzulernen.
Über die AIHV
Die Association Internationale pour l'Histoire du Verre (AIHV) wurde 1956 von Dr. Joseph Philippe, dem damaligen Direktor des Musée Curtius in Lüttich, gegründet. Zwei Jahre später veranstaltete der Verein sein erstes Treffen – damals noch unter dem Namen Journées Internationales du Verre – und legte damit den Grundstein für ein internationales Forum für die Erforschung von Glas im Wandel der Zeit. Heute vereint die AIHV eine weltweite Gemeinschaft von Archäolog*innen, Kunsthistoriker*innen, Künstler*innen, Sammler*innen, Museumskurator*innen, Wissenschaftler*innen und Forscher*innen aus mehr als 30 Ländern, die alle eine gemeinsame Leidenschaft für Glas in seinen vielen Dimensionen verbindet – historisch, archäologisch, technisch, künstlerisch, wissenschaftlich und interdisziplinär. Die Fachleute kommen alle drei Jahre zusammen. 2025 findet der 23. Internationale Kongress, der ursprünglich für 2024 in Jerusalem geplant war, in Mainz statt. Die Publikation der Konferenzbeiträge erfolgt im Rahmen eines Tagungsbandes.
Weiterführende Links
- Informationen zum Kongress: https://www.leiza.de/forschung/forschungsfelder/zusammenleben-in-komplexer-werdenden-sozialen-gefuegen/aihv23/congress
- Informationen zur AIHV: https://aihv.org/about/
- Beiträge bisheriger AIHV-Konferenzen: https://aihv.org/publications/#Annales
Wissenschaftlicher Kontakt
Katja Broschat
Restauratorin | Glas
Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA)
Mail: katja.broschat(at)leiza.de
Pressestelle LEIZA | Leibniz-Zentrum für Archäologie
Stephanie Mayer-Bömoser M.A.
Tel.: +49 (0) 6131 8885 165 | Mail: stephanie.mayerboemoser(at)leiza.de
Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA)
Das LEIZA erforscht als Leibniz-Forschungsinstitut und -museum für Archäologie den Menschen und seine Entwicklung auf Basis materieller Hinterlassenschaften aus drei Millionen Jahren zeit- und raumübergreifend. Die daraus gewonnenen grundlegenden Erkenntnisse verhelfen zum besseren Verständnis menschlichen Verhaltens und Handelns und der Entwicklung von Gesellschaften. Damit bereichert das LEIZA das Wissen zum Menschen um die archäologische Perspektive und schafft wesentliche Grundlagen für die Reflexion der Gegenwart und die Gestaltung der Zukunft. Mit der Archäologie versteht das LEIZA den Menschen in den Zusammenhängen und teilt die gewonnenen Erkenntnisse im internationalen Dialog. Das LEIZA ist weltweit tätig und betreibt bislang erfolgreich und umfassend Forschungen in verschiedenen Regionen Afrikas, Asiens und Europas. Die einzigartige Konzentration archäologischer, naturwissenschaftlicher, restauratorischer und informationstechnologischer Kompetenzen verbunden mit bedeutenden Werkstätten, Laboren und Archiven erlaubt es dabei, objektorientierte Forschung zur Archäologie der Alten Welt (Asien, Afrika, Europa) von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis in die Neuzeit zu betreiben. Als eines von acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft verbindet das LEIZA exzellente Wissenschaft mit Ausstellungen und ist mit seinem Bildungsauftrag gleichzeitig ein Ort des Dialoges mit der Öffentlichkeit.
Bis zur Umbenennung zum 1. Januar 2023 war das LEIZA international bekannt als Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) und wurde im Jahr 1852 auf Beschluss der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine in Mainz gegründet. Seit 2024 ist das LEIZA an insgesamt vier Standorten in Deutschland vertreten: Mainz, Neuwied, Mayen und Schleswig. www.leiza.de
Folgen Sie uns auf Facebook, Instagram und Bluesky @leizarchaeology


